Ein Report zu Pille, Kondom und Pille danach

„Jedes Paar hat ein grundlegendes Menschenrecht, frei und verantwortlich über die Zahl und die Folge seiner Kinder zu entscheiden, und ein Recht auf entsprechende Erziehung und Information.“

03_love

Diese Zeilen aus der UNO Menschenrechtskonferenz von 1968 sagen aus, dass jedes Paar sich frei entscheiden darf, ob es Kinder bekommen möchte - oder auch nicht. Die Mehrheit der Frauen und Männer wünschen sich Kinder, allerdings wollen sie den "richtigen" Zeitpunkt aktiv entscheiden. Somit wird die Verhütung einer ungewollten Schwangerschaft zu einem vordergründigen Thema.

Es gibt jedoch keine Verhütungsmethode, die als rundum optimal eingestuft werden könnte. Empfängnisverhütung hat viele Gesichtspunkte zu erfüllen, und ist immer eine persönliche Entscheidung - abhängig von der individuellen Lebenssituation.

Einen Überblick über die Vielfalt der Verhütung inklusive Methodenfinder mittels online-Test wird auf der Internetplattform verhütung.at angeboten, eine Initiative, die von der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung (ÖGF) ausgeht. Hier werden die verschiedenen Methoden unter Angabe des Pearl-Index gelistet, der Index zur Angabe der Sicherheit des Verhütungsmittels. Je geringer der Wert, desto sicherer die Methode: Ein Pearl-Index mit der Zahl 1 bedeutet beispielsweise, dass 1 von 100 Frauen mit dieser getesteten Methode innerhalb eines Jahres ungewollt schwanger wurde.

Wie verhütet Österreich?

Im Rahmen einer 2012 von Gynmed und Integral durchgeführten Studie wurde erhoben, welche Verhütungsmethoden Frauen und Männer in Österreich anwenden, und welche Kriterien bei der Auswahl der Methode wichtig sind:

Verhütung ist für den Großteil der Bevölkerung, der sich einem "fruchtbaren" Lebensabschnitt befindet, selbstverständlich: Es verhüten 77% der Befragten. Unter den jungen Frauen (Alter 16-29) verhüten sogar 91%.

"Bei der Auswahl der Verhütungsmethode ist die Wirksamkeit das wichtigste Kriterium (70%), gefolgt von praktischen Überlegungen: man/frau möchte nicht dauernd an Verhütung denken und Sexualität soll spontan möglich sein (69%)", schreibt Gynmed. "Unter den wirksamen Methoden (Pearl Index ~8) ist die Pille der absolute Spitzenreiter (54%), bei den mittelmäßig wirksamen Methoden (Pearl Index ~12) führt das Kondom (58%)."

An dieser Stelle werden Sie sich womöglich fragen, warum das Kondom als mittelmäßig sichere Methode eingestuft wurde? Das Kondom schützt vor Schwangerschaften und im Gegensatz zur Pille vor Geschlechtskrankheiten und HIV. Und ja, es ist so, dass die Sicherheit des Kondoms von der korrekten Handhabung abhängt, wodurch sich eine Schwankungsbreite des Pearl-Index Werts von 2 bis 12 ergibt.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass bei der Verhütung Probleme auftreten.

Viele der befragten ÖsterreicherInnen berichten vor allem über Probleme bei der Einnahme der Pille (54%). Schwierigkeiten liegen hier in der Regelmäßigkeit der Einnahme, dem zeitgerechten Kaufen der nächsten Packung, aber auch bei verringerter Wirksamkeit bei Erbrechen oder Durchfallerkrankungen.

Auch bei der Verwendung von Kondomen wird von vielen berichtet, dass Probleme auftreten (35%). "Hier kommt es häufig zu Pannen während der Sexualität: geplatzte und / oder abgerutschte Kondome, mühsames Überrollen, Erregung verloren usw", berichten die Befragten.

Wenn solche Probleme mit Pille oder Kondom auftreten, kommt nicht selten die sogenannte Pille danach zum Einsatz. "Die Pille danach haben 19% der Frauen schon einmal nach einer Verhütungspanne eingenommen. Die Erfahrung damit ist in der Altersgruppe der 19-21-jährigen am größten (29%)." Streng genommen ist die Pille danach keine Form der Verhütung, sondern eine Methode der Notfallverhütung, die ausschließlich rückwirkend, also nach dem Geschlechtsverkehr wirkt.

Wann und wie erfolgt die Einnahme?

Die Pille danach ist die geeignete Wahl, wenn ungeschützter Geschlechtsverkehr stattfand, wenn das Kondom geplatzt oder abgerutscht ist oder die Pille nicht eingenommen oder durch Erbrechen oder Durchfall nicht wirken konnte.

Die Pille danach ist eine einzelne Tablette, die von der Frau einmalig eingenommen wird. Die Pille danach sollte so bald wie möglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden, am besten während der ersten 12 Stunden danach. Bei einer Einnahme innerhalb dieses Zeitraums ergibt sich ein Pearl-Index von 1, das heißt, die Methode ist sehr sicher. Danach nimmt die Wirksamkeit allmählich ab. Bei der Einnahme innerhalb der ersten 72 Stunden ergibt sich immerhin noch eine Wirksamkeit von 58%. Sobald sich Spermien in der Eizelle eingenistet haben, ist die Pille danach nicht mehr wirksam.

Ein Kurier-Artikel zum Thema Verhütung berichtet, dass die Mehrheit der ÖsterreicherInnen kaum über die Wirkungsweise der Pille danach Bescheid weiß: Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass die Pille danach wie ein Schwangerschaftsabbruch wirke - was nicht richtig ist. Die Pille danach verhindert bei korrekter Einnahme die Befruchtung, also dass sich die Spermie(n) in der Eizelle überhaupt einnisten kann und ist daher kein Schwangerschaftsabbruch.

Im Artikel wird auch deutlich, dass nur 39% der ÖsterreicherInnen wissen, dass die Pille danach rezeptfrei erhältlich ist. Dadurch fällt die Pille danach auch in das Sortiment der rezeptfreien Arzneimittel, das ApothekenLieferservice.at liefern darf. Hier wird Ihre Bestellung der Pille danach diskret und über den Online-Shop abgewickelt, die Zustellung erfolgt innerhalb von 2 Stunden im Raum Wien, von Montag bis Sonntag, von 8:00 bis 24:00.

P40-ella-one-pille-danach Wichtig ist zu wissen, dass die Pille danach Verhütung nicht ersetzt, und nur für Notfälle vorgesehen ist. Da durch die Einnahme eine Zyklusverschiebung stattfinden kann, ist es für Frauen möglich, im laufenden Zyklus bei weiterem Geschlechtsverkehr schwanger zu werden. Hier sollte unbedingt zusätzlich durch Kondome verhütet werden.

Dieser Artikel hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt kein Arztgespräch. Er soll durch die transparente Darstellung der statistischen Daten zum Thema Licht in dieses viel zu wenig diskutierte Thema bringen und Verhältnisse darstellen, wie sie sind. Versäumte oder nicht richtig angewandte Verhütung ist kein Tabu, sondern passiert häufig. Dies ist nichts, wofür man sich schämen müsste.

Hinterlasse eine Antwort